Padova

Villa Molin von Mandria

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Villa Molin wurde 1597 im Auftrag von Nicolò Molin vom Architekten Vincenzo Scamozzi entworfen. Read More
Villa Molin Mandria Padova

Villa Molin: die Stätte, die gegen Ende des XVI. Jahrhunderts vom venezianischen Botschafter Nicolò Molin für den Bau seiner Villa ausgewählt wurde, befand sich in der Nähe der Stadt Padua, am Ufer des Kanals Battaglia und in einer Panoramalage mit Blick auf die Euganeischen Hügel. In diesem Gebiet besaßen die Molin Mitte des 16. Jhs. große Landbesitzungen und ihr Herrenhaus erhob sich genau im Besitz in Mandria. Die neue Residenz sollte dem sozialen Rang der Familie entsprechen. Folglich wurde mit ihrem Bauentwurf Vincenzo Scamozzi, Schüler von Palladio, beauftragt, der für die Vorortvillen schon wichtige Aufträge ausgeführt hatte. Beispiele hierfür sind die Villa Verlato in Villaverla und die Villa Duodo in Monselice. Die 1597 gezeichneten Entwürfe des Baumeisters zeugen von reifen Überlegungen über das Werk Palladios: Die Villa von Nicolò Molin, die auch in „Idee der Universalarchitektur“, welche Scamozzi zwischen 1591 und 1615 verfasste, dargestellt wurde, wies eine symmetrische Anlage und eine Hauptfassade am Wasserlauf auf. Wie der Baumeister in seiner Abhandlung erklärte, war der Aufbau des Gebäudes auf eine klare Unterscheidung der Zweckbestimmungen ausgerichtet: Im Erdgeschoss sollten die Küche und Diensträume untergebracht werden, während das Obergeschoss den herrschaftlichen Räumen vorbehalten war. Hier waren die diversen Räume um einen mittleren Vierecksaal angeordnet, so dass an den vier Ecken ebenso viele getrennte und autonome Gemächer entstanden. Die zum Kanal gerichtete Fassade wurde vom Tempelmotiv mit der großen, zentral liegenden Säulenloggia beherrscht, die von einem bossierten Sockel abgestützt und von einem Giebelfeld überragt wurde. Die Verzierungen der Innenräume wurden erst zwischen 1772 und 1777 im Rahmen der von Antonio Capodilista in Auftrag gegebenen Renovierungen angefertigt. Der Vierecksaal der mittleren Etage wurde gänzlich mit Trompe-l’oeil, die Wände der kleinen Seitensalons dagegen mit Stuckarbeiten verziert. Die Hauptumwandlung des Gebäudes erfolgte im XIX. Jh. mit dem Bau der Prunktreppe, die vom Erdgeschoss zum Obergeschoss führt. Nach den Eingriffen der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts, welche einen Teil der Originalfresken wieder zum Vorschein brachten, erweist sich heute die Villa in einem gut erhaltenen Zustand.