Villa Vigna Contarena von Este

Este

Villa Vigna Contarena Este

Villa Vigna Contarena: die Familie Contarini besaß schon im XVI. Jh. einige Ländereien, die sich an einem abgelegenen Ort sehr nah am Zentrum von Este befanden. Nach einer Erklärung aus dem Jahr 1518 besaß Anzolo Contarini, Sohn des verstorbenen Francesco, ein Haus mit Garten, Gemüsegarten, Hof und angrenzenden Feldern. Die noch aktuelle Bezeichnung „Vigna Contarena” („vigna“, zu dt. Weingarten) ist vielleicht mit dem Bestimmungszweck des Gebäudes verbunden, das in den Herbstmonaten als Residenz benutzt wurde, oder auf die einst ebendort existierenden ausgedehnten Weinbaufelder rückführbar. Die Villa musste in der Tat eine regelrechte Gesamtheit von Gebäuden gewesen sein, zu der auch ein rustikales Gebäude für die Dienerschaft, ein Reitstall und ein Kutschenhaus zählten. Das derzeitige Gebäude, dessen Pertinenzen im Laufe der Jahrhunderte geteilt wurden, scheint das Ergebnis von Eingriffen zu sein, die zwischen dem 17. und 18. Jh. durchgeführt wurden. Gewiss ist, dass die üppige Freskenverzierung des Saals und der Räume des ersten Stockwerks mit ihrem Überfluss an mythologischen Gestalten zwischen 1690 und 1720 von unbekannten venetischen Malern angefertigt wurde. Die Geschichte des Villenbaus war bisher nicht Gegenstand spezifischer Studien und ihre Bindung zu der in Frage kommenden Epoche kann einzig allein auf der Grundlage der Formeigenschaften des Baustils vermutmaßt werden. Das alte Herrenhaus kennzeichnet sich trotz seiner bescheidenen Größe durch eine ausgeprägte Prädominanz des Obergeschosses, die durch den Einsatz einer Loggia mit kostbaren Säulen aus Nanto-Stein, die an die ebenfalls mit Fresken versehene Hauptöffnung angrenzt, akzentuiert wird. Die Loggia liegt auf einem hohen, dem Erdgeschoss entsprechendem Sockel und grenzt an eine Treppe mit zwei angewinkelten Treppenarmen; auf die kleine, mit einem Geländer versehenen Terrasse an der Spitze blickt eine Dachgaube mit dreieckigem Frontgiebel und seitlichen Voluten. Der Geheimgarten stammt vielleicht ebenfalls aus dem 17.-18. Jh. Er befindet sich auf der nordwestlichen Villenseite und ist von einer einzigartigen Einfriedungsmauer mit gemischtlinigem Profil und durch Nischen alterniert abgegrenzt.

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