Villa Pisani von Vescovana

Vescovana

Villa Pisani von Vescovana

Villa Pisani: die im Jahre 1468 von der sehr reichen venezianischen Familie Pisani im Gebiet von Padua erworbenen Besitztümer bildeten ein regelrechtes Lehensgut, das die vier Dörfer Solesino, Boara, Stanghella und Vescovana umfasste. Im XVI. und XVII. Jh. wurde das Gebiet Gegenstand enormer Eingriffe, welche Trockenlegungen und Landbesitzumgestaltungen umfassten und eine konstante finanzielle Rente zusicherten. In Vescovana befanden sich die neue Pfarrei und das Herrenhaus, welche vor 1570 von Francesco Pisani, Bischof der Stadt Padua und Auftraggeber der Bischöflichen Villa in Luvigliano – von Falconetto und Alvise Cornaro entworfen – errichtet worden waren. Zwischen dem 16. und 17. Jh. war die Residenz von Vescovana sicherlich schon ein ausgedehnter Komplex, der vom dreigeschossigen Herrenhaus beherrscht wurde, an das allseitig lange Wirtschaftsgebäude mit Bogengang angrenzten. Wie aus einer Zeichnung hervorgeht, die im Staatsarchiv von Venedig verwahrt wird, befanden sich im umliegenden Gebiet einige rustikale Gebäude und ein Taubenturm. Im großen Lust- und Obstgarten wurden Obstbäume und Agrumen gezüchtet, da der Anbau von Zitronatzitronen, Zitronen, Pfirsichen und Blumen für die Familie eine wichtige Einkommensquelle darstellte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wirkte sich der Zusammenbruch der Aristokratie Venedigs auch auf das Landgut von Vescovana aus und nur der Obstgarten wurde weiterhin angebaut. Die Ankunft von Evelina van Millingen, 1852 Gemahlin von Almorò III Pisani, leitete eine Wende in der Geschichte der Villa ein: Die neue Eigentümerin wandte das Schicksal der Villa wieder zum Guten und ließ sowohl die Innen- als auch Außenräume neu gestalten. Die Villa wurde im Obergeschoss mit Terrassen und im Innern mit üppigen Stuck- und Freskenverzierungen versehen. Der Garten wurde gänzlich wieder hergerichtet, wobei der englische Stil mit den Vorzügen des italienischen Gartens verbunden wurde. Auf Mitte des XIX. Jahrhunderts geht ferner der Bau des originellsten Komplexgebäudes zurück: die kleine Kapelle an der Südgrenze des Parks, die auf Wunsch von Almorò Pisani als private Grab- und Gebetsstätte errichtet wurde. Die Kapelle wurde vom Baumeister Pietro Selvatico Estense und Bildhauer Antonio Gradenigo im neugotischen Stil entworfen, erbaut und 1860 geweiht. Agostino Nani Mocenigo, letzter testamentarisch eingesetzter Erbe der Villa, schenkte 1994 die Kapelle der Pfarrei von Vescovana.

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