Villa Nani Loredan von Sant’Urbano

Sant'Urbano

Villa Nani Loredan von Sant'Urbano

Die Villa Nani Loredan, ein einfaches Gebäude mit rechteckigem Grundriss und drei Stockwerken, liegt am Wassergraben Rotella, der weiter vorne in die Etsch mündet. Das Gebäude wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts erbaut und gehörte der Taxation aus dem Jahre 1666 zufolge zu drei Vierteln Francesco Loredan und zu einem Viertel Bernardo Nani, da es in der Tat auf einer Achse mit dem nahen landwirtschaftlichen Hof dieser Familie lag. Nach einer Ortsüberlieferung verband ein unterirdischer Gewölbetunnel das Gebäude mit dem anderen Herrenhaus, um den Bauern vielleicht einen direkteren Weg zu bieten oder um den aristokratischen Bewohnern bei Bedarf einen sicheren Fluchtweg zu ermöglichen. Der ganze Besitz ging später an die Loredan. Ist die Außenseite des Gebäudes, dessen zur Straße gerichtete Hauptfassade im Obergeschoss eine Bogenöffnung mit kleinem Balkon sowie Seitenfenstern aufweist, schlicht, erweisen sich die Anordnung und Merkmale der Innenräume desselben Stockwerkes weitaus komplexer. Die Räume folgen der Planimetrie der venezianischen Palazzi mit, folglich, einem durchgehenden Mittelsaal und kleineren Räumen auf beiden Seiten. Die Räume sind mit reichen und vielfältigen Ornamenten darunter Fresken mit figurativen Darstellungen und Grotesken bemalt. Die Wandfläche des Salons und zweier Seitenräume wird gänzlich von der Darstellung aufgemalter Architekturen mit mythologischen und allegorischen Gestalten sowie Landschaften eingenommen, die der Schule von Paolo Veronese und insbesondere Carletto Caliari zugeschrieben werden. Der Urheber der Grotesken, welche nur in den verbleibenden zwei Zimmern vorhanden sind, ist hingegen unbekannt. Nach den Befestigungsarbeiten an der Struktur und der Restaurierung der Malereien, die vom Landesdenkmalamt gegen Mitte der 60er Jahre vorgenommen wurden, erweist sich heute die Villa in einem gut erhaltenen Zustand.

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