Villa Ca‘ Marcello von Levada

Piombino Dese

Villa Ca' Marcello Levada Piombino Dese

Villa Ca‘ Marcello: das Gebiet, auf dem heute die Villa Marcello steht, liegt außerhalb der Ortschaft Levada und war im 15. Jh. für seinen großen Waldbestand und die Sumpfgebiete an den Flüssen Sile, Dese und Zero bekannt. Schon der Ortsname besagt, dass es sich um einen Ort handelte, der über dem Meeresspiegel lag, und an dem die venezianische Patrizierfamilie gegen Ende des Jahrhunderts die Entsumpfung einleitete. Die Errichtung des ältesten Gebäudekerns ist auf Anfang des 16. Jhs. datierbar, als Andrea Marcello ein Haus erbauen ließ, das nur während der Jagdzeit – seit jeher einer der beliebteste Zeitvertreibe der Patrizier- und Königsdynastien – bewohnt wurde. Nach nur fünfzig Jahren wurde 1550 das bestehende Gebäude erweitert, um die Trockenlegung der angrenzenden Böden fortzusetzen und sie in Ackerböden umzuwandeln. Die Residenz musste in der Tat mit ihren 4000 Hektar Grundbesitz den Mittelpunkt eines großen landwirtschaftlichen Anwesens bilden, das seinerseits für die Lagerung und den Handel der Agrarerzeugnisse zuständig war. Der Komplex wurde Mitte des 18. Jhs. Gegenstand eines bedeutenden Ausbaus, als die neuen Besitzer, die Marchesi Maruzzi die Villa in eine prächtige Repräsentanz verwandelten. Mit dem vielleicht von Francesco Maria Preti stammenden Bauentwurf wurde die Hauptfassade mit der Stirnseite der schon bestehenden, seitlich angeordneten Wirtschaftsgebäude durch den Bau dazwischen liegender, eingeschossiger Gebäude mit Portikus verbunden. Das ganze Erdgeschoss wurde nun durch eine bossierte Oberfläche rhythmisiert, während das Obergeschoss der Villa durch eine riesige ionische Halbsäulenreihe bestimmt wurde, die von einem Giebelfeld mit Statuen im zentralen Bereich überragt wurde. Die Familie Maruzzi gab ferner die Verzierungen der Innenräume in Auftrag: Giovanni Battista Crosato, Tiepolos Schüler, verzierte den zentralen Salon mit Fresken über das Leben von Alexander dem Großen und Giuseppe Zais fertigte die Zeichnungen für die Stuckatur eines Schlafgemachs an. Der Park ist auf dieselbe Epoche datierbar. Vor der Hauptfassade wurde ein italienischer Garten angelegt, der mit einer Fontäne und reichen Bildhauerwerken geschmückt wurde. Jenseits der Villa dehnten sich ausgedehnte Grünflächen mit Hainbuchen- und Lindenalleen sowie einem großen Fischweiher aus.

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