Heiligtum von Aponus im Areal zwischen Monte Castello und San Pietro Montagnon-Hügel.

Archäologische Zone von Hotel Preistoriche von Montegrotto Terme

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Archäologische Zone von Hotel Preistoriche von Montegrotto Terme

Im Archäologische Zone von Hotel Preistoriche von Montegrotto Terme wurden zahlreiche Funde entdeckt, die einer Kultstätte zuzuschreiben sind. Dieser Ort war zwischen der Mitte des 7. Jh. und dem 3. Jh. v. Chr. (Eisenzeit) ständig besucht und hatte als Mittelpunkt einen jetzt verschwundenen Thermalwasserspiegel mit dampfenden heißen Wasserstrahlen und sprudelnden Unterwasserquellen. Jahrhunderte lang boten hier die Gläubigen einer Gottheit der Thermalquellen Opfer an und legten an den Ufern Miniatur Exvoto nieder, wie Keramikvasen und Bronzestatuetten, die hauptsächlich Reiter und Pferde darstellten. Einige Funde bezeugen, dass das Gebiet schon während der Kupfersteinzeit (3.300 – 2.200 Jahre v. Chr.) und der Mittleren Bronzezeit (15. – 14. Jh. v. Chr.) besucht war, auch wenn man seine Funktion nicht genau erklären kann.

Forschungsgeschichte

In den Jahren um 1872 bewegten einige zufällige Funde Pietro Scapin, Besitzer des Geländes, Ausgrabungen in seinem Gut nah der Kirche von S. Pietro Montagnon auf dem gleichnamigen Hügel durchzuführen. Von der großen Anzahl der gefundenen Gegenstände wurden nur 180 kleine Vasen und 16 Bronzestatuetten im Jahre 1878 dem Stadtmuseum von Padua von den Enkeln von Scapin geschenkt; der Rest wurde zerstört oder ging verloren. Während systematischer von der Stadt Padua im Jahre 1892 beauftragten Untersuchungen des Landgutes von Scapin, entdeckte Federico Cordenons einen Teil des Ufers des früheren Wasserspiegels, unter einer ein Meter dicken Schicht von Erosionsmaterial von dem Monte Castello vergraben. Die Fundstücke wurden zuerst in der Villa Draghi aufbewahrt und dann zerstreut oder zerstört. Die systematischen Ausgrabungen des Jahres 1911, von Giuseppe Pellegrini, Leiter der Soprintendenza alle Antichità (Altertumskommission), beschloßen und von Alfonso Alfonsi in der selben Zone, jetzt Besitz Braggion, durchgeführt, erlaubten eine genauere Bemessung der Wasserspiegels und brachten zur Bergung von Tausenden von Fundstücken, wie Vasen und Bronzegegenständen mit schwarzer Erde, Kohlereste und Tierknochen vermischt. In nur 12 Kubikmetern Erde wurden – wie von Pellegrini notiert – 3.500 unversehrte Vasen gesammelt; aber die nicht gesammelten Fragmente ließen die Vermutung zu, dass ihre Anzahl mindestens dreimal so groß war. Die Befunde wurden im Museo Nazionale von Este gelagert mit der Bezeichnung „Fondo Braggion“ (Landgut Braggion) (foto storica). In Folge einer zufälligen Arbeit im Jahre1954, der Pflanzung einer Magnolie auf der Ostseite des Hotels Terme Preistoriche, kam eine weitere Menge von Vasen verschiedener Größen zum Vorschein, die aber später zerstört oder verloren gingen.

Erste Besiedlungen

Es bestehen nur wenige Befunde, die die Besiedlung dieses Gebietes in weit zurückliegenden Zeiten bezeugen. Auf die Zeit zwischen 2.400 und 2.100 v. Chr. (Späte Kupfersteinzeit und Anfang der Frühen Bronzezeit geht ein 1892 gefundener Feuersteindolch zurück, der mit der oben erwähnten kleinen archäologischen Schicht, reich an Kohle, in Beziehung steht und bestimmt älter ist als das Heiligtum. Wie schon für die archäologische Zone von Via Neroniana, bezeugt dieser Fund eine nicht dauerhafte Besiedlung während der Kupfersteinzeit, sondern eine Frequentation nur im Falle von besonderen Ereignissen, wie zum Beispiel während der Jagdzeit. Zwischen den 16. und 15. Jh. v. Chr. (Mittlere Bronzezeit) wird der Henkel eines Keramikgefäßes datiert, das wahrscheinlich in Beziehung mit einigen Eichenpfählen steht, die 1911 auf dem Grund des Wasserspiegels gefunden wurden, wo sich dann später das Heiligtum befand. Diese Pfähle wurden anfangs als Teil einer Kultädikula erklärt, sind aber eher als Reste eines Pfahlbaues zu verstehen. Zahlreiche Fragmente von zwischen den 10. und 9. Jh. v. Chr. (Ende der Bronzezeit, Anfang der Eisenzeit) datierbaren Keramikgefäßen lassen eine erste und beschränkte Kultfrequentation der Thermalquelle während dieser Zeit vermuten.

Das Heiligtum

Das Heiligtum, das zwischen der zweiten Hälfte des 7. und 3. Jh. v. Chr. (Eisenzeit) entstand, war ein Ort, wo die natürliche Landschaft, und nicht ein Bau, das Zentrum des Kultes bildete: Im Besonderen der Wasserspiegel mit seinen sprudelnden Quellen und beißenden Dämpfen eine damals unbegreifliche und deshalb erschreckende Erscheinung. Es ist wahrscheinlich, dass einfache Umzäunungen die Orte für die Opfergaben von denen der Priesterzeremonien trennten, wie in den gleichzeitigen Heiligtümern von Este und Altino (”Altinum”). Was die Eichenpfähle betrifft, die in der Mitte des Wasserspiegels gefunden wurden, ist es wahrscheinlich, dass sie eher Teil eines antikeren Pfahlbaues waren als an einer Gottheit gewidmeten Ädikula. Zu den Ufern dieses kleinen Sees kamen Jahrhunderte lang die Gläubigen und hielten Riten, bei denen das Wasser der Mittelpunkt der Feier war. Trankopfer wurden gewidmet mit wahren Tassen, Bechern und Kelchen, die als Geschenk für die Gottheit abgelegt wurden. Auch gleiche Miniaturgefäße wurden symbolisch gewidmet, einige wurden direkt vor Ort mit dem Lehm des Seeufers geformt. Die Gläubigen von hohem Rang widmeten auch Bronzestatuetten von Rittern, Kriegern und hauptsächlich von Pferden, aber auch gravierte Blättchen, goldene Blattfragmente und andere kleinere Gegenstände, die aber wegen ihrer Zerbrechlichkeit nicht aufbewahrt wurden, obwohl die ersten Ausgräber sie schon gesehen hatten. Trotz der Anzahl der während der Ausgrabungen gefundenen Exvoto (Pellegrini spricht von über 3.500 gefundenen Gefäßen und nahm mindestens „dreimal mehr“ an), war das Heiligtum nicht nur jahrhundertelang besucht, sondern auch von einer großen Anzahl von Gläubigen gleichzeitig frequentiert. Andere feierliche Handlungen bestanden in der Gabe von Frühobst und Frühgemüse und in der Opferung von Haustieren, wie Ochsen und Schafen, als Symbole der Tierzucht, oder von wilden Tieren, wie von Hirschen, als Symbol der Jagdtätigkeit: Knochen und Hörner gemischt mit verbrannter Erde wurden in großer Menge gefunden. Die Widmung von Bronzepferden ersetzte symbolisch das Opfer dieser wertvollen Tiere, für denen die Veneter in der Antike bekannt waren. Der Name der Gottheit, der dieses Heiligtum gewidmet war, ist uns unbekannt; die einzige aufgefundene Inschrift scheint auf eine männliche Gottheit hinzuweisen, wie männlich Aponus ist, der Gott der hier in der Römerzeit verehrt wurde und Nachfolger der Thermalgottheit der antiken Veneter war. In Anbetracht der großen Anzahl von Pferden unter den Votivgaben hat man auch eine Ähnlichkeit mit Diomedes gesehen, dem Gott – Held schlechthin aller Pferdezüchter. Das Heiligtum befand sich in einer strategischen Lage, von bewohnten Siedlungen weit entfernt, an der Grenze zwischen den Gebieten von Padua und Este. Aber von welcher Stadt war es beherrscht? Auf Grund der stilistischen Eigenschaften der Exvoto aus Bronze, der männlichen Konnotation der Gottheit und der geographischen Lage, neigt man entschlossen zu einer Zuständigkeit zu Padua. Und übrigens im 2. Jh. v. Chr., am Anfang der Römerzeit, war das Thermalgebiet unter dem Einfluss von Padua: Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die neue Zuständigkeit eine bestehende Situation bestätigt hat.

Die Zeit nach dem Heiligtum

Die jüngsten Funde gehören zu dem 4. – 3. Jh. v. Chr. und dann nichts mehr. Das Heiligtum wurde verlassen, wahrscheinlich wegen des Versiegens des Wasserspiegels; schließlich wurde die Niederung durch das Erosionsmaterial des Monte Castello aufgefüllt. Wenige Gegenstände der Römerzeit (eine Münze, einige Gefäßfragmente) wurden auf der Oberschicht gefunden, die das Gebiet des Sees zudeckte. Das bezeugt aber nur einen gelegentlichen Aufenthalt in der Zone.

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