Villa Widmann Borletti von Bagnoli di Sopra

Bagnoli di Sopra

Villa Widmann Borletti Bagnoli di Sopra

Villa Widmann Borletti: der Ortsname Bagnoli in der paduanischen Niederebene und die dokumentierte Anwesenheit großer Weinfelder in ihrem Gebiet sind auf etwa das Jahr 1000 rückführbar, als ihr Besitz schon den Benediktinermönchen gehörte. Im XV. Jh. wurde die alte Herrschaft dem Orden der Kanoniker des Heiligen Geistes von Venedig zur Pacht gegeben, die sich dort ansiedelten, das bestehende Kloster neu organisierten und bedeutende Urbarmachungsarbeiten durchführten. Im Jahre 1656 wurde der Orden aufgehoben und das Landgut zum Verkauf angeboten, um daraus einen Teil der Gelder für die Unterstützung der Republik Venedig im Kriege gegen die Türken zu erzielen. Im darauffolgenden Jahr ging Bagnoli in den Besitz der wohlhabenden Familie Widmann über, die sich auf diese Weise die Erhebung in den Rang des venezianischen Adels sicherte. Graf Ludovico leitete eine allgemeine Umänderung des Klostergebäudes und der anliegenden Michaeliskirche ein. Zu seiner Residenz wurde das Gebäude, das mit seinem lang gestreckten Blick den Platz und somit die gesamte Ortschaft beherrscht. Wer das Bauprojekt leitete ist ungewiss, obwohl es einigen Vermutungen zufolge – neben Andrea Cominelli und Domenico Rosi – Baldassarre Longhena sein könnte, der schon in Venedig für die Widmann gearbeitet hatte. Wenige Zweifel bestehen jedoch im Hinblick auf das Ausmaß des Eingriffe, die zu einem neuen Bau führten, der einige zuvor bestehende Teile einverleibte: In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden der zentrale dreigeschossige Baukörper mit Bogengang und Frontgiebel und das um einen Stock höhere Gebäude in der rechten Ecke errichtet. Im Salon wurde ein kleines Theater eingerichtet, das für die Anwesenheit von Carlo Goldoni, mehrmaliger Gast in der Villa Widmann, berühmt wurde. Die Theaterdarstellungen bezogen auch die Gartenanlagen auf der Rückseite des Herrenhauses mit ein. Hier wurden die Statuen aufgestellt, die um das Jahr 1742 dem aus Padua stammenden Bildhauer Antonio Bonazza in Auftrag gegeben worden waren, der sich von den Alltagsfiguren des Landlebens inspirieren ließ. Die Außenfassaden der Villa sind heute in einem recht guten Zustand; die Gärten erfuhren in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts eine Umgestaltung.

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