Villa Ruzzini von Villanova

Camposampiero

Villa Ruzzini von Villanova

Villa Ruzzini: in der antiken Siedlung römischen Ursprungs Villanova befand sich schon gegen Ende des 16. Jahrhunderts ein Adelssitz. Dieses bescheidene Landhaus war die erste Residenz der Ruzzini, einer aristokratischen Familie aus Venedig, die bei Padua ein großes Landgut besaß. Das Gebäude, Drehpunkt des Landbesitzes, war nur für einen vorübergehenden Aufenthalt bestimmt und die ersten architektonischen Umänderungen sind vermutlich mit der bedeutenden politischen Stellung in Zusammenhang zu bringen, welche die Ruzzini ab dem XVII. Jh. einnahmen. Domenico Ruzzini, Podestà von Brescia im Jahre 1628, war vermutlich der Auftraggeber der Villa und des angrenzenden Oratoriums von San Domenico. Marco, 1666, 1667 und 1709 Podestà von Padua und Antonio Giovanni, 1725 und 1726 ebenfalls Podestà von Padua, hatten im Landgut von Villanova den Bischof Paduas zu Gast; Carlo Ruzzini war hingegen 1732 Doge von Venedig. Das zuvor bestehende Gebäude wurde durch die Hinzufügung zweier Seitenflügel erweitert und in der Südfassade bedeutenden Änderungen unterzogen. Diese erhielt im mittleren Bereich einen auf einem Podium liegenden Pronaos, der sich an die Architektur Palladios anlehnt. Das Familienwappen, das über der Eingangstür des Obergeschosses zu sehen ist, findet im Lobgedicht der Stadt Padua Erwähnung, das Marco Ruzzini gewidmet war und 1688 veröffentlicht wurde. Darüber hinaus wurde der Hauptsaal mit einem Freskenzyklus geschmückt, der auf die Geschichte der Ruzzini rückführbare Geschehnisse darstellt. Zu der damaligen Zeit war das Besitztum der Residenz bestehend auch aus Hof nebst Garten von einer flachen Einfriedungsmauer abgegrenzt. Die Treppen, die den Pronaos flankieren, wurden vermutlich im XIX. Jh. oder zu Beginn des darauffolgenden Jahrhunderts erst später erbaut. Wenn man einmal von der neuen Dachdecke aus dem Jahr 1914 absieht, wurde die letzte Restaurierung in den letzten zwanzig Jahren vorgenommen. Dadurch kamen im Dachboden weitere Freskenbilder zum Vorschein, die beweisen, dass ursprünglich vermutlich ein weiteres Geschoss vorhanden war, das später zerstört und als Kornspeicher verwendet wurde.

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