Villa Duodo von Monselice

Monselice

Villa Duodo Monselice

Die Villa Duodo erhebt sich auf halber Hügelhöhe der Rocca di Monselice, wo sich einst das antike Schloss des Hl. Georgs, einer der beiden unteren Schutzwälle, der in die Festungsanlage der Rocca integriert wurde, befand. Das Gelände wurde zwischen 1589 und 1591 von Francesco Duodo, 1587 Prokurator von San Marco und leidenschaftlicher Sammler mit propäpstlicher Gesinnung, und vom Bruder Domenico erworben; das Bestehen eines ersten Hauses auf dem Hügel wurde jedoch schon von den Duodo im Jahre 1582 gemeldet. Auf der Stätte befand sich auch die alte St. Georgskirche, deren Abriss Papst Clemens VIII. anlässlich des Baus eines neuen Kultgebäudes genehmigte. Der venetische Historiker Tommaso Temanza nannte als Erster Vincenzo Scamozzi als den Urheber des Entwurfs für den Wohnsitz der Duodo in Monselice. Der Baumeister errichtete einen regelrechten Komplex, der in drei untereinander eng verbundene Teile aufgeteilt war: Neben der Residenz befand sich ein Kirchlein/Oratorium mit Kuppel, welches den Höhepunkt eines liturgischen Verlaufs darstellte, der an den Abhängen des Hügels sechs Kapellen vorsah, so dass die größte Zufahrtsstraße zum Ort flankiert wurde. Dieser Teil des Komplexes wurde im Auftrag von Francescos Sohn Pietro Duodo angefertigt, der 1605 die Erlaubnis von Papst Paul V. für die Errichtung eines in Venetien einzigartigen „Heiligen Berges“ erhielt, dessen Besuch den Pilgern die gleichen geistlichen Gewinne eines Besuchs der sieben wichtigsten Basiliken Roms versprach. Die starke propäpstliche Gesinnung, die in der Zeichnung der Villa und ihrer Umgebung zum Ausdruck kommt, war nicht das einzige Leitmotiv der Anordnung aus dem späten 16. Jahrhundert: Scamozzi interpretierte das Verhältnis zwischen dem neuen Gebäude, das ab 1589 errichtet wurde, und den vor Ort existierenden Maueranlagen mit außergewöhnlicher Originalität. Der Haupteingang führte direkt zur antiken Burg, die in eine Art Saal unter freiem Himmel eingebunden und verwandelt worden war. Ihre Wände wurden durch eine Abfolge von Wandpfeilern rhythmisiert, die drei Bogenöffnungen einrahmten, welche ihrerseits drei verschiedenen Veduten der umliegenden Landschaft entsprachen. Im Laufe des XVIII. Jahrhunderts beauftragte Nicolò Duodo den venezianischen Baumeister Andrea Tirali mit Ausbauarbeiten, so dass dem Gebäude aus dem 16. Jh. ein neuer Körper in einem rechten Winkel hinzugefügt wurde: Vor der Villa dehnte sich nun ein Garten mit Fontäne aus, der am Abhang durch eine spektakuläre und halbrundförmig endende Freitreppe abgegrenzt wurde. Der Komplex wurde in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts renoviert und weist noch seinen ganzen Charme auf.

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