Villa Baglioni von Massanzago

Massanzago

Villa Baglioni von Massanzago

Villa Baglioni: der Grundbesitz der venezianischen Familie der Lombardo in Massanzago wurde im Jahre 1672 erweitert, als Alvise Lombardo einige angrenzende Flächen für den Bau eines größeren Wohnsitzes erwarb. Der Bau des neuen Herrenhauses, dessen architektonische Urheberschaft unbekannt bleibt, wurde in den 80er Jahren des XVII. Jhs. fertig gestellt. Wie das Gemälde des Malers Luca Carlevaris aus den 20er Jahren des 18. Jhs. zeigt, bestand die zum Dorf gerichtete Nordfassade auch aus zwei seitlichen Gebäudeteilen und einer Kapelle, die sich auf der linken Endseite befand. Die Villa behielt dieses Äußere bis 1718 bei: Entscheidend erwies sich der Erwerb durch Giovanni Battista Baglioni, Erbe der wohlhabenden Buchhändler- und Druckerfamilie aus Bergamo, welcher gerade den Adelstitel Grafen erworben hatte, was ihm den Eingang zur venezianische Aristokratie ermöglichte. Die Residenz von Massanzago sollte ein greifbares Zeichen des Adelsranges der Dynastie sein und einem regelrechten Palazzo auf dem Festland gleichen. Die bedeutendste Umänderung betraf jedoch gerade den zentralen Baukörper, der um ein drittes Geschoss erhöht und in den Innenräumen mit üppigen Verzierungen ausgestattet wurde: Der Auftraggeber wandte sich an Giambattista Tiepolo, der sich mit seinen ersten Werken beschäftigte und den Salon im Obergeschoss mit Fresken bemalte. Die Geschichte des Mythos Pheton, Sohn des Sonnengottes, war in eine architektonische Struktur eingebettet, die ebenfalls bemalt und auf die ganze Wandfläche des Raums ausgedehnt war. Der Raum selbst wurde von unechten Loggien abgegrenzt, an denen sich an die Geschichte des Auftraggebers gebundene namhafte Persönlichkeiten hinauslehnten. Die Verschönerung der Villa wurde unter Giovanni Antonio Baglioni fortgesetzt, der die Neuausrichtung des umliegenden Parks, der ursprünglich mit einer überaus reichen und verloren gegangenen Bildhauerkunst verziert war, und die polychromen Stuckverzierungen und Freskengemälde im Erdgeschoss, die in der zweiten Hälfte des XVIII. Jh. von Antonio Zucchi angefertigt wurden, veranlasste. Die Residenz der Baglioni, die in ihrer Geschichte schon Privatwohnsitz, Schule und Militärkrankenhaus gewesen war, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in großen Teilen von der Gemeinde Massanzago erworben. Die zu Beginn der 70er Jahre eingeleitete Sanierung der Innenräume ermöglichte die Erhaltung der dekorativen Ausstattung und vor allem die grundlegende historische Gewissheit über die Präsenz Tiepolos.

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