Oratorium des Sankt Michael von Pozzoveggiani

Salboro

Oratorium des Sankt Michael von Pozzoveggiani

Die Oratorium des Sankt Michael von Pozzoveggiani liegt an der Straße nach Bovolenta, im Ortsteil Pozzoveggiani, fünf Kilometer von Padua entfernt. Sie ist ein gutes Beispiel für den Einfluss der karolingischen Kultur auf die Stilrichtungen vor Ort, die sehr stark von der byzantinischen Kultur beeinflusst waren. Erbaut wurde sie im 12. Jahrhundert über einer würfelförmigen Gedenkzelle aus dem 6. und 7. Jahrhundert, deren Apsis ausnahmsweise nach Westen gerichtet war. Die Fassade der Kirche und die Stellung des Altars wurden jedoch wieder wie üblich nach Osten ausgerichtet. Ferner wurde die Kirche erheblich erweitert, sodass sie drei Schiffe und drei halbkreisförmige Apsiden umfasste. An der Wende zum 17. Jahrhundert wurde das nördliche Kirchenschiff in Pfarrhaus umgewandelt, das mittlere in Oratorium und das südliche zum Teil abgerissen, wobei die in die Außenwand eingemauerten Bögen und Säulen sichtbar blieben. Struktur und Bautechnik weisen viele Ähnlichkeiten mit der aus dem 11. Jahrhundert stammenden Basilika del Vescovo Poppone in Aquileja auf, die nordische und westliche Einflüsse mit der byzantinisch-frühchristlichen Tradition mischt. Gemeinsamkeiten bestehen auch mit der Baustelle San Marco in Venedig, wie die Entscheidung zugunsten eines Fischgrätenmauerwerks beweist.

Im Kircheninneren ist die südliche Apsiswand mit Freskenzyklen aus dem 12. und 13. Jahrhundert ausgeschmückt. Es ist dies eines der besten Beispiele romanischer Malerei in Venetien. Merkwürdig ist die dargestellte Szene: Zwischen den Aposteln, den Symbolen der Evangelisten und einem Bild des Christus Pantokrator sind einige bewaffnete Ritter sowie zoomorphe und anthropomorphe Figuren zu sehen, die nichts Heiliges oder keinen Zusammenhang mit dem Dargestellten aufweisen. Einige vertreten die Meinung, dass das Bild eine Art Übung war, ein Versuch des Künstlers, mit den Geräten vertraut zu werden, bevor er die Figuren mit den religiösen Szenen übermalte. Eine andere Annahme geht davon aus, dass die Figur des Ritters selbst heilig war, da die Ritter um der Ehre willen sich selbst und Gott gegenüber die Wehrlosen verteidigten und schützten.

Info
Via Pozzoveggiani 4/6, Pozzoveggiani (PD)
Tel +39 049 8010183

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