Provinz Padua

Eine Provinz des Wassers.

Der erste Kern der zukünftigen Stadt Padua entstand um das 12. Jahrhundert v. Chr. in einer weiten Schleife des Medoacus, dem alten Brenta: Seitdem wird die Geschichte Paduas und seiner Umgebung immer vom Wasser geprägt.

Schon im 1. Jahrhundert n. Chr. pries der berühmte Historiker Titus Livius das Geschick der antiken Pataviner in der Schifffahrt, als er ihren ruhmreichen Sieg über die Flotte des Spartanerkönigs Kleonymos im Jahr 302 v. Chr. beschrieb. Seitdem wurde die Binnenschifffahrt immer stärker, bis unter Rom der große Hafen mit Geschäften und Warenlagern gebaut wurde.

Laut Strabo, dem berühmten griechischen Geographen, war Padua wichtiger als alle anderen Städte in der Region, und die Menge an Waren, die von hier aus nach Rom transportiert wurden, bestätigte, dass hier eine blühende und betriebsame Bevölkerung lebte. Nach der Krise aufgrund des Einfalls der Germanen und des allgemeinen Niedergangs der Region stand das Wasser im Wirtschaftsaufschwung wieder einmal im Mittelpunkt. Nach dem Jahr 1000 erhielten die Flussläufe eine immer größere strategische Bedeutung und spielten eine bedeutende Rolle in den Kämpfen um die territoriale Vorherrschaft. Sie waren grundlegend sowohl als Unterhaltsquelle der Bevölkerung wie auch als Wirtschaftsressource und Verbindungsweg. Sowohl zur Zeit des Städtebundes als auch später unter der Herrschaft der Carrara und der venezianischen Herrschaft führten die Arbeiten zur Kontrolle und Nutzung der Gewässer in der Provinz zum Bau eines dichten Netzes befahrbarer künstlicher Kanäle. Dieses Netz verband Padua mit dem umliegenden Land und mit allen Städten des Veneto und mündete in die Lagune von Venedig und ins Meer, wo die wichtigsten Warenumschlagplätze waren. In den 400 Jahren venezianischer Herrschaft kamen Getreide, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Holz, Marmor, Kalkgestein aus den Hügeln von Vicenza und der kostbare Trachyt aus den Euganeischen Hügeln vom Binnenland übers Wasser nach Venedig. Aus dieser Zeit stammen auch die prächtigen Villen, die noch heute die Ufer der befahrbaren Flüsse und die Euganeischen Hügel schmücken. Die reichen venezianischen Patrizier erreichten über Flüsse und Kanäle ihre Wohnsitze in Padua und den Euganeischen Hügeln, vor allem am Brenta und am Piovego. Auf den Wasserstraßen konnte man alle Bootstypen antreffen, darunter Flöße, Gondeln, Lastenkähne und traditionelle Holzboote für den Personen- und Warentransport (burci, sandoli, padovane, burchielli, peote).

Der Bacchiglione, ein antiker Fluss zwischen Vicenza und Padua, ist noch heute die wichtigste Wasserquelle der Stadt: Die Stadt lebte und lebt von dem Wasser, das von Süden kommt und an den Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert entlang bis zum mittelalterlichen Schloss fließt, wo es sich in einen Hauptarm (Tronco Maestro) und einen Binnenkanal (Naviglio Interno) teilt und den alten Stadtkern umschließt. In den letzten Jahren wurde ein Programm zur Wiederherstellung der Wasserläufe und Neuöffnung der alten Schleusen aufgelegt, mit dem die Schifffahrt auf den alten Wasserstraßen wieder möglich wurde, wie z. B. die Fahrt an den Stadtmauern und Bastionen entlang oder die Fahrt auf der Riviera Euganea inmitten einer wunderschönen Naturlandschaft.

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