Teolo

Im Herzen der Euganeischen Hügel.

In einer strategischen Position inmitten der Euganeischen Hügel gilt Teolo als beliebter Ausgangspunkt für zahlreiche Sportaktivitäten und für Besichtigungen wunderschöner Sehenswürdigkeiten, wie die Benediktinerabtei in Praglia und die Wallfahrtskirche „Santuario Monte della Madonna“.

Teolo, heute ein Dorf (mit zirka 8.000 Einwohnern) des Regionalparks der Euganeischen Hügel, war einst eine wichtige Ortschaft, die bereits seit undenkbaren Zeiten besiedelt war. Titulus hieß diese Ortschaft – der Ursprung dieses Namens ist ungewiss und wahrscheinlich auf einen 141 v. Chr. von den Römern gelegten Grenzstein zurückzuführen, der die Grenze zwischen dem Gebiet der Pataviner und dem der Atestiner anzeigte. Hier soll auch der berühmte römische Geschichtsschreiber und Philosoph Titus Livius geboren worden sein. Im Mittelalter hielt sich Friedrich Barbarossa hier auf. Im 13. Jahrhundert war der Ort Sitz eines Bürgermeisters (auf diese Zeit gehen auch die Ruinen der Burg Rocca Pendice zurück, die sich auf der Spitze einer 130 m hohen Trachytwand befand und aufgrund ihrer strategischen Lage ein wichtiger militärischer Stützpunkt war). Nach dem Untergang der Carrareser war der Ort unter der Republik Venedig Sitz einer Landvogtei. Der Landvogtpalast wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts erbaut und vor Kurzem restauriert. Derzeit ist er Sitz des Museums für zeitgenössische Kunst „Dino Formaggio“. Die Landvögte stammten meist aus paduanischen Adelsfamilien und blieben ein Jahr lang im Amt, während dessen sie verpflichtet waren, im Dorf zu wohnen und Verwaltungsaufgaben zu erfüllen. Einer der Landvögte, Alessandro Capodivacca, ließ 1543 auf Kosten der Landvogtei eine Uhr am Turm des Landvogtpalastes anbringen. Die Bedeutung von Teolo als Verwaltungssitz verfiel mit der napoleonischen Neuordnung, die die Grenzen des Ortes enger zog. 1862, gegen Ende der österreichischen Herrschaft, verlor Teolo Kommissariat und Amtsgericht und erhielt seine derzeitige Konfiguration. Der Sitz des Rathauses befindet sich im Erdgeschoss der antiken Villa Revese. Ab 1989 fiel ein Großteil des Gemeindegebiets unter den Schutz des Regionalparks der Euganeischen Hügel. Die Natur und die Ruhe der Euganeischen Hügel haben Generationen von Dichtern inspiriert, darunter Francesco Petrarca, Percy Shelley, Lord Byron, Ugo Foscolo. Auch heute ist die Landschaft noch von Weinbergen und Weinterrassen aus Trachyt geprägt. Die Umgebung von Teolo ist besonders bei Radfahrern wegen der Schönheit der Landschaft beliebt. Zu den interessantesten Radwegen gehört die Route, die vom Dorfzentrum zum Monte della Madonna führt (auf dem sich die Wallfahrtskirche Madonna del Monte und das dem Hl. Abt Antonius geweihte Oratorium befinden). Der Radweg führt auch über den lieblichen Fiorine-Pass. An der Straße, die nach Abano Terme führt, erhebt sich der Gebäudekomplex der Benediktinerabtei von Praglia, Sitz einer Buchrestaurierungsschule und aufgrund der berühmten Monumentalbibliothek Nationales Denkmal. Zahlreiche Villen sind in allen Ortsteilen zu finden (Villa Cavalli in Bresseo, Villa Rosa in Tramonte, Villa La Bembiana in Monterosso). Im Ortsteil Feriole erheben sich das Schloss Montecchia, in dem sich heute ein wichtiger Golfplatz und ein Restaurant befinden, und die Villa des Foscolo, in der der Dichter einen Teil der „Letzten Briefe des Jacopo Ortis“ verfasste. Endlich Kirche S. Giustina: Schon in einer päpstlichen Urkunde aus dem Jahr 1297 erwähnt, wurde die alte Kirche S. Giustina zwischen 1290 und 1310 erbaut, während der Glockenturm 1400 errichtet wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche erweitert, es kamen Seitenkapellen und das Baptisterium hinzu, während man noch heute den ursprünglichen, schönen, spitzen Glockenturm bewundern kann. Im Innenraum Jugendstilfresken von Giacomo Manzoni aus dem Jahr 1912, während der Hochaltar Werke von Domenico Campagnola bewahrt. Oratorio della Croce in Villa Teolo: Das alte Kruzifix aus Pappelholz rechts vom Hochaltar wird auf den Zeitraum zwischen 1500 und 1600 datiert und inspiriert sich an der Schule von Donatello. Kirche San Giorgio in Tramonte: Sehr alten Ursprungs, bewahrt diese Kirche Fresken aus den Jahren um 1000, Rundbilder mit den zwölf Aposteln aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert und eine Kreuzigung, die der Paduaner Schule von Squarcione zugeschrieben wird.

Interessante Veranstaltungen sind der Jahrmarkt von Bresseo und das Kastanienfest. Der Wochenmarkt findet sonntags auf der Piazza Tito Livio statt, während der Floh- und Antiquitätenmarkt an jedem ersten Sonntag des Monats auf der Piazza Perlasca stattfindet.

Die Speronella-Legende.
Laut der Legende verliebte sich im Jahr 1166 Graf Pagano della Torre, Statthalter von Friedrich Barbarossa, in Speronella, ein schönes und freches Mädchen aus Padua, das mit Iacopino da Carrara verlobt war. Nachdem er sie mit Gewalt entführt hatte, schloss er sie in der Festung von Roccapendice ein und überredete den Vater des Mädchens, sie ihm zur Frau zu geben. Aber die Adligen aus Padua unter der Führung von Iacopino schafften  es ins Schloss einzudringen, töteten Pagano und befreiten Speronella. Laut den historischen Quellen, wie von Manfredino di Ugone belegt, war Graf Pagano niemand anderer als einer der sechs Ehemänner von Speronella, und zwar der zweite, nachdem sie ihren ersten Mann, Iacopino da Carrara, aus Eitelkeit, den kaiserlichen Statthalter zu heiraten, verlassen hatte.

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