Cittadella

Die befestigte Stadt.

Cittadella ist eine herrlich befestigte mittelalterliche Stadt, die 1220 gegründet wurde. Die Stadtmauer von Cittadella ist eines der wenigen Verteidigungssysteme mit einem heute noch perfekt erhaltenen und vollständig begehbaren Wachgang. Es handelt sich hierbei um eines der schönsten Verteidigungssysteme Europas. Die Stadtmauer hat eine durchschnittliche Höhe von 14 Metern, die Wehrtürme, die der Bewachung der Stadttore dienten, erreichen sogar eine Höhe von 30 Metern. Die ellipsenförmigen Stadtmauern werden von 36 unterschiedlich großen Türmen unterbrochen, haben einen Umfang von 1461 Metern und sind im Durchschnitt etwa 2,10 Meter dick.

Die Stadt mit der herrlichen Stadtmauer entstand 1220 auf Betreiben Paduas. Seither prägen vor allem der prachtvolle Mauerring und die strategisch günstige Lage, die das Städtchen für das gesamte Gebiet Paduas innehat, Cittadella. Bereits in der Bronzezeit war die Gegend, in der später Cittadella entstand, besiedelt, während sich hier zur Zeit der Römer ein wichtiges, in „Centuriae“ aufgeteiltes Land befand, dessen Decumanus Maximus die 148 v. Chr. angelegte Via Postumia war. Seit dem 11. Jahrhundert hatten sich ländliche Signorie mit einer ganzen Reihe kleiner Dörfer gebildet, die um Sprengel wie den von S. Donato und Abteien wie die Abtei S. Lucia von Brenta gebaut wurden. Im Mittelalter bot Cittadella gleich nach der Gründung Padua einen Stützpunkt, von dem aus gegen die Macht der Gutsbesitzer auf dem Lande wie den Feudaladel von Onara und Fontaniva vorgegangen werden konnte. Nachdem die Stadt kurzfristig in die Hände Ezzelinos da Romano gefallen war, gewann sie in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, dem Jahrhundert, in dem die Stadt eine große Blütezeit erlebte, strategische Bedeutung für das Umland. 1236 gestand Padua der Stadt das Recht zu, sich eigene Statuten zu geben. 1318 geriet Cittadella unter die Herrschaft von Cangrande della Scala. Anschließend kehrte die Stadt unter der Signoria der Herrscherfamilie da Carrara wieder zu Padua zurück. Im 14. Jahrhundert nahm Cittadella weiter an Bedeutung zu und der Machtbereich des Podestà, des Bürgermeisters, erweiterte sich. 1405 unterwarf sich Cittadella spontan Venedig und erhielt im Gegenzug dafür die Erlaubnis, die eigenen Statuten beizubehalten. 1483 schenkte Venedig Roberto Sanseverino die Stadt. Dessen Nachfolger behielten sie bis 1499, während sie von 1503 bis 1504 aufgrund von Vereinbarungen zuwischen Pandolfo Malatesta und der Republik Venedig für ein Jahr an Pandolfo ging. Im Jahr 1508 entstand die Liga von Cambrai, die sich gegen Venedig richtete. Malatesta, Herr über Cittadella, lief damals ins gegnerische Lager über. Aus diesem Grund wurde die Stadt mehrere Male angegriffen und von den kaiserlichen Truppen geplündert. Der venezianische Frieden wurde erst 1516 wieder hergestellt. Nach diesen Jahren der Wirren erlebte Cittadella drei Jahrhunderte des Friedens, die 1797 endeten, als die napoleonischen Truppen das gesamte Gebiet, das der Republik Venedig gehörte, in Besitz nahmen. Cittadella gehörte nun zum Departement des Bacchiglione und eine Zeitlang sogar zur Provinz Verona. 1814 kam Cittadella unter die Herrschaft Österreichs, die 1866 endete, in dem Jahr, in dem die Stadt endlich an das Königreich Italien angeschlossen wird.

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