Arthrose

Die Thermalbehandlungen: eine Lösung, um bei Arthrose der progressiven Verschlechterung der Gesundheit vorzubeugen.

Auch wenn die Alterung der Gelenke zu einem fortschreitenden Verschleiß derselben führt, ist Osteoarthrose nicht unvermeidlich und stellt auch nicht den Preis dar, den man für das Älterwerden bezahlen muss. Die neuesten Erkenntnisse zur Entstehungsgeschichte dieser Erkrankung zeigen, dass die Haltung, d.h. der nicht korrekte Gebrauch der Gelenke, eine ausgesprochen wichtige Rolle spielt. Fehlhaltungen führen zu einem progressiven Aneinanderreiben der Knochen, die verschleißen. Vor allem aber verschleißt das Knorpelgewebe, mit dem die Knochen überzogen sind und dies wiederum führt zur Osteoarthrose.

Die Knochen schmerzen nicht, da sie keine eigenen Nervenenden haben. Diese befinden sich dagegen im Knorpel, in den Bändern und in den Gelenkkapseln und können bei durch Verschleiß bedingten Entzündungen heftige Schmerzen verursachen.

Zu den Gelenkschmerzen trägt außerdem die “antalgische Muskelkontraktion” bei. Unter diesem Begriff versteht man die Erstarrung der Muskeln, die die Bewegung des betreffenden Knochensegments ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist der sogenannte „Hexenschuss„, ein plötzlicher stechender Schmerz im Rücken an der Stelle, an der der Rücken in das Becken übergeht. Dieser Schmerz tritt nach einer ruckartigen Bewegung oder bei plötzlicher Kälte auf und entsteht sicherlich dann, wenn die Wirbelsäule bereits Arthroseprobleme aufweist, ist aber hauptsächlich durch die Erstarrung und Kontraktion der Lendenmuskeln bedingt, die auf diese Weise versuchen, die Lendenwirbelsäule zu blockieren und jede Bewegung zu verhindern, um die Wirbelsäule zu schützen.

Es gibt keine definitiv heilende Behandlung. Stattdessen muss eine progressive Verschlechterung durch Vorbeugung, Behandlung der Symptome und Rehabilitation vermieden werden. Die Vorbeugung basiert auf dem Konzept, dass das Gelenk immer korrekt arbeiten sollte, damit die Oberflächen der Gelenkknochen richtig aneinander reiben und auf diese Weise eine Schmierung vom Gelenkknorpel und einen physiologischen und progressiven Verschleiß garantieren. Dazu sind eine gute Haltung, sowohl bei der Arbeit als auch im Auto, und eine leichte, aber regelmäßige körperliche Betätigung erforderlich. Körperliche Betätigung erhält den Knorpel gesund, trägt dazu bei, die Bewegungsweite beizubehalten und stärkt Muskeln und Sehnen, die somit verschiedensten Belastungen besser standhalten können. Sehr wichtig ist auch tägliches Stretching. Ein Leben ohne ausreichende Bewegung ist für die Gelenke schädlich, da diese sich nach und nach „abgewöhnen“ zu arbeiten. Genau so schädlich oder sogar noch schädlicher ist aber eine zu intensive sportliche Betätigung oder Profisport. Auch in diesem Fall ist eine konstante Kontrolle des Körpergewichts hilfreich: ein angemessenes Gewicht ermöglicht es den Gelenken, unter optimalen Bedingungen zu arbeiten und senkt das Verschleißrisiko. Die Art der verschriebenen Therapie hängt vom Stadium und der Ausdehnung der Gewebeveränderungen, von der Anzahl der betroffenen Gelenke, vom Verlauf der Schmerzen, von der Ursache der Schmerzen und vom Lebensstil des Patienten ab. Es ist wissenschaftlich nicht belegt, dass die häufig verwendeten nicht-steroidalen Entzündungshemmer bei Arthrose langfristig von Vorteil sind. Zeigt die konservative Therapie der Arthrose kein Ergebnis, muss ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen werden. Sehr hilfreich zur Vorbeugung ist ein Aufenthalt in den Thermen für einen Zeitraum von sieben Tagen (oder länger), um die Eigenschaften des Fangos und des Thermalbads, insbesondere die entzündungshemmende Wirkung zu nutzen und damit eine gute Ausgangsbasis für eine korrekte Vorbeugung zu schaffen.

Besonders häufig ist ab einem Alter von 70 Jahren eine Arthropathie mit Veränderung des hyalinen Knorpels, Schwund des Gelenkknorpels, Hypertrophie des Knochengewebes und Bildung von Osteophyten. Männer und Frauen sind davon gleich häufig betroffen, Männer erkranken jedoch etwas früher. Die primäre generalisierte Osteoarthrose betrifft die distalen und proximalen Fingergelenke, das erste Handwurzel-Mittelhand-Gelenk, die Bandscheiben und die Gelenkapophysen der Wirbel der Nacken- und Lendenwirbelsäule, die Hüfte und das Knie. Die sekundäre Osteoarthrose scheint das Ergebnis von Bedingungen zu sein, die das Mikroambiente der Chondrozyten verändern. Dazu gehören angeborene Gelenkanomalien, genetische Anomalien, Infektionskrankheiten, Stoffwechselerkrankungen, hormonelle und neurologische Störungen und Verletzungen des hyalinen Knorpels bzw. der umgebenden Gewebe. Der Knochen wird starrer und verliert an Elastizität. Es kommt zu Mikrobrüchen, dann zur Bildung von Knochenkallus, erhöhter Starrheit und schließlich zu weiteren Mikrobrüchen.

Die Fangotherapie und der Fango der Thermen von Abano und Montegrotto, ein thermales Produkt, dessen Eigenschaften wissenschaftlich belegt sind, sind in allen Phasen der Arthrose-Behandlung von enormem Vorteil.

Und so nutzen Sie die wohltuenden Wirkungen des Fangos optimal aus:
Vorbeugung: Ein Aufenthalt in den Thermen mit entzündungshemmenden Fango- und Badetherapien ist eine vorbeugende Maßnahme, die vollständig auf den Einsatz von Medikamenten verzichtet und daher kaum Nebenwirkungen aufweist. Sie dient der Vorbeugung von Komplikationen und wirkt der Verschlechterung von Arthroseerscheinungen an den Gelenken entgegen. Der Fango von Abano und Montegrotto zeichnet sich durch seine herausragenden entzündungshemmenden Eigenschaften aus und ist deshalb besonders gut geeignet.
Arthrose in fortgeschrittenerem Stadium: Wenn eine akute Entzündung besteht, ist von einer Thermalbehandlung abzusehen. In ruhigeren Phasen können zum Beispiel durch eine Hydrokinesiotherapie der Stoffwechsel von Muskel und Knochen verbessert und diese gestärkt werden, wodurch der durch die Muskelkontraktion bedingte Schmerz reduziert wird. Auch die Rehabilitation in unseren Thermalbädern verbindet die Vorteile einer im Wasser durchgeführten Krankengymnastik mit der entzündungshemmenden Wirkung des Thermalwassers von Abano und Montegrotto.

Die Behandlung von Arthrose mit Arzneimitteln und viele der vorgeschlagenen Behandlungsprogramme (stufenweise Therapie, mit Unterbrechungen, mit konstant niedriger Dosierung) haben nach wie vor ihre Gültigkeit. Es muss aber daran erinnert werden, dass entzündungshemmende Medikamente auf unterschiedliche Weise schädlich für den Magen- und Darmtrakt sowie für Herz und Kreislauf sind. Ihr Gebrauch sollte daher auf besonders schwere Fälle beschränkt werden und sie selbst verschreibungspflichtig sein. Mit einer Behandlungsreihe von zwölf Fangotherapien und zwölf Bädern können zum Beispiel der Einsatz von Arzneimittelbehandlungen deutlich gesenkt, der Zeitraum, in dem es dem Patienten zwischen zwei akuten Phasen gut geht, verlängert sowie die Gelenkschmerzen deutlich verringert werden.

Verschiedene Studien und Untersuchungen, darunter die jüngsten Erkenntnisse der Wissenschaftler vom Rheumazentrum Strausberg in Cordoba, haben gezeigt, dass Fibromyalgie mit niedrigen Temperaturen und hohem atmosphärischem Druck in Verbindung steht, rheumatische Arthritis mit niedrigen Temperaturen, hohem Druck und hoher Luftfeuchtigkeit und Osteoarthrose durch Kälte und Feuchtigkeit beeinflusst wird. Die Ursache für dieses Phänomen ist noch unklar, eine bedeutende Rolle scheint dabei aber der atmosphärische Druck zu spielen, der vor einem Wetterumschwung auftritt (der Druck nimmt zu, bevor das Wetter gut wird, und ab, bevor das Wetter schlecht wird). Man kann jedoch mit Sicherheit sagen, dass das Klima und der Wechsel der Jahreszeiten keine Ursache für das Auftreten von rheumatischen Erkrankungen sind.

FANGOTHERAPIE DER OSTEOARTHROSE

In einem vorwiegend auf Fangotherapie spezialisierten und daher vor allem auf die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats ausgerichteten Thermalzentrum leiden die Patienten vorwiegend unter Osteoarthrose.

Osteoarthrose ist die weltweit häufigste Erkrankung der Gelenke. Sie tritt vor allem im fortgeschrittenen Alter auf und ist eng mit einer Verschlechterung der wahrgenommenen Lebensqualität und einer oft schwerwiegenden Beeinträchtigung der funktionellen Autonomie (Beweglichkeit, körperliche Betätigung, Körperpflege, Alltag und Haushalt) verbunden.

Die wichtigsten Symptome der Osteoarthrose sind:

Schmerz und Muskelkrämpfe in und um die betroffenen Gelenke; begleitet von Spastizität und Starre der periartikulären Muskeln;
Einschränkung der Bewegungsfähigkeit aufgrund der Schmerzen, einer schlechten Gewichtsverteilung und des Verschleißes des Knorpels, der die Gelenke schützt;
Hypotrophie der Muskeln der von der Arthrose betroffenen Gelenke, eine Folge von schmerzlindernden sowohl statischen als auch dynamischen Fehlhaltungen;
Funktionelle Beeinträchtigung/Hilflosigkeit bis zur Vermeidung jeder Art von Bewegung, vor allem in den akuten Phasen.

In vielen europäischen Ländern stellt die Anwendung von Thermalfangopackungen eine weit verbreitete Behandlungsmethode der rheumatischen Erkrankungen in nicht akuter Phase dar, dies sowohl aufgrund der bewiesenenschmerzlindernden Wirkung als auch wegen ihrer Fähigkeit, die Entzündungserscheinungen einzuschränken, die die Knorpeldegeneration begleiten.
Der Krankheitsverlauf betrifft das Gelenk in seiner Gesamtheit: den Knorpel, das weiche Gewebe und den subchondralen Knochen. Viele neue wissenschaftliche Studien haben eine Zunahme von im Blutkreislauf zirkulierenden entzündungsfördernden und abbauenden Stoffen (d.h. von Zytokinen wie Interleukin 1, Tumornekrosefaktor α, Prostaglandin E2, Leukotrien B4) belegt, die in vielen Fällen die eigentlichen Mediatoren der Knorpeldegeneration und der synovialen Entzündung sind.
Es konnte bewiesen werden (die Daten wurden in internationalen Zeitschriften veröffentlicht), dass ein Fango-Badetherapiezyklus die Menge der im Blutkreislauf zirkulierenden Stoffe, welche die Knorpelentzündung und -degeneration beschleunigen und verschlechtern, erheblich senkt: Il-1, TNFα, PGE2, LTB4, usw..
Der Wirkungsmechanismus der Fango-Badetherapie steht, zumindest teilweise, im Einklang mit den modernsten Therapieansätzen der traditionellen Pharmakologie: die Hemmung des TNFα und anderer entzündungsfördernder Zytokine, zum Beispiel, ist eines der wirksamsten und modernsten Mittel, um die Knorpeldegeneration aufzuhalten. Die Modulation des vom entzündeten Gewebe synthetisierten PGE2, das auch für die lokale Sensibilisierung der Schmerzrezeptoren verantwortlich ist, ist der von den nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAID), welche gewöhnlich zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung in verschiedenen Krankheiten eingesetzt werden, vorwiegend verwendete Wirkungsmechanismus. Die Ergebnisse der klinischen Studien und der Laboruntersuchungen des Thermal-Forschungsinstituts „P.D’Abano“ (Centro Studi Termali „P. D’Abano“) haben nicht nur die Wirkung der Fango-Badetherapie auf die der mit der Osteoarthrose verbundenen Schmerzen, sondern auch eine Wirkung auf den Stoffwechsel des Knorpels und seiner Zellen (Chondrozyten) belegt: auf diesen wirken nämlich besondere, von den den reifen Fango besiedelnden Mikroorganismen synthetisierte Stoffe ein, die den Knorpel schützen und degenerativen Erscheinungen vorbeugen.
Die komplexen Wirkungen der Fango-Badetherapie auf die bekanntesten, für die Entzündung und die Degeneration des Knorpels verantwortlichen Faktoren geben uns einen Anhaltspunkt dafür, welche Vorteile eine sequentielle/synergetische Integration der Thermalbehandlung mit den traditionsgemäß bekanntesten und verwendeten (pharmakologischen oder nicht-pharmakologischen) Behandlungen mit sich bringen würde, v.a. was die ständige korrekte Strukturierung des Knorpels, sowie die Förderung und die Erhaltung der Beweglichkeit des Bewegungsapparats, die Verkürzung der Rehabilitationszeiten für überanstrengte, unbewegliche, verletzte Gelenke betrifft.

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