Villa Emo Capodilista von La Montecchia

Selvazzano Dentro

Villa Emo Capodilista Montecchia

Villa Emo Capodilista: die aus dem 16. Jh. stammende Villa, welche das Flachland von La Montecchia und seine ausgedehnten Bereiche von einem Hügel aus beherrscht, ist sehr alten Ursprungs. Das Lehensgut der „Monticula“ gab es in der Tat schon vor dem Jahr 1000 und umfasste eine Festungsanlage, die zum ersten Mal von Ezzelino da Romano zerstört wurde, sodann neu errichtet und wieder zerstört wurde – diesmal von Alberico da Romano. Der Besitz wurde später von Forzatè Capodilista erworben. Die Anwesenheit der Familie und das Ausmaß ihrer Besitztümer sind ab dem 15. Jh. mehrmals belegt und zeigen den schrittweisen Ausbau des Landguts auf. Das 1546 von den Erben von Sigismondo Capodilista gemeldete Haus mit Hof, Garten und Feldern hatte sich im Testament von Pio Capodilista aus dem Jahre 1617 in ein regelrechtes Palais verwandelt, zu dem ein weiterer, auf der nahen Anhöhe nur teilweise errichteter Palazzo, ein Taubenhaus, angrenzende Rohbauten, Höfe und ausgedehnte Ackerfelder hinzukamen. Die Villa, zu der eine Straße führte, die man durch ein Bogenportal mit darüber einem Turm betrat, wurde um das Jahr 1578 vom Veroneser Dario Varotari nach einer Zeichnung entworfen, die bis heute von der Zeit nahezu verschont wurde. Ihre volumetrische Gliederung wird mit dem viereckigen und mit kleinen Ecktürmen versehenen Baukörper auf allen Seiten von der Überlagerung eines Bogengangs im Erdgeschoss und von einer Loggia im Obergeschoss rhythmisiert; die Bogen sind auf beiden Etagen von einer Lisenenreihe umrahmt, während die Spitze von einer Art Attika mit gemischtlinigem Profil gekrönt ist. Im Grundriss wird die Unterteilung des Innenraums in unterschiedliche Räume von einer ungewöhnlichen Treppe bestimmt, deren vier Treppenarme ein spektakuläres Kreuz bilden. Varotari beschäftigte sich zusammen mit Antonio Vassillachi auch mit der Verzierung, die alle Räume des Erd- und Obergeschosses, den Bogengang und die Loggien schmückt. Die Freskenbilder der Räume, die Personen aus der Familiengeschichte und ihre Besitztümer in Erinnerung rufen und in aufgemalten Architekturen eingebettet sind, wurden von Varotari selbst angefertigt; die Fresken der Bogengänge werden auch Giovanni da Udine zugeschrieben. Von geringerem Wert sind hingegen die Grotesken der oberen Loggien.

  Article added to favorites