Arquà Petrarca

Eine der schönsten Ortschaften Italiens.

Arquà Petrarca

Arquà Petrarca ist ein typisches mittelalterliches Dorf im Herzen der Euganeischen Hügel, am Fuße des Monte Piccolo und des Monte Ventolone. Der ursprüngliche Name, Arquà, wurde 1868 in Arquà Petrarca umgewandelt, als Hommage an den Dichter, der diesen Ort zum Wohnsitz für seine letzten Lebensjahre auserkor. Wahrscheinlich kam Francesco Petrarca bereits 1364 nach Arquà, während er sich in Abano befand, um in den Thermen seine Krätze zu kurieren. Im Jahre 1369 schenkte Francesco I von Carrara dem Dichter, der 1365 Kanoniker an der nahen Kollegialkirche von Monselice geworden war, ein Grundstück in Arquà. Bereits im Frühjahr 1369 begab sich der Dichter persönlich nach Arquà, um die Renovierungsarbeiten an seinem kleinen Haus zu beaufsichtigen, in dem er dann ab März 1370 wohnte: es begann sein „Buen Retiro“. Und so wird Arquà in einem aus der Zeit Petrarcas stammenden Dokument beschrieben, das sich heute im Stadtmuseum von Padua befindet: „weite Kastanien-, Nuss-, Buchen-, Eschen- und Eichenwälder bedeckten die Hänge von Arquà, aber es waren vor allem die Weinberge, die Oliven- und Mandelbäume, die die beeindruckende Landschaft um den Ort prägten.“ Die Ortschaft entwickelt sich um die zentrale Piazza Roma, auf die einige prächtige Paläste aus dem 15. Jahrhundert und die der Muttergottes geweihte Pfarrkirch blicken. Auf dem Kirchplatz befindet sich ein Sarkophag aus rotem Veroneser Marmor, das 1370 gebaut wurde, um die sterblichen Überreste des Francesco Petrarca zu verwahren. Die Hauptstraße, Via Roma, führt zum oberen Teil des Dorfes. Am Ende einer langen Steigung gelangt man zum Oratorium der Hl. Dreifaltigkeit, neben dem sich der Glockenturm und die Loggia der Landvögte befinden. Letztere schmückten einst die Wappen der Adeligen aus Padua, die das Gebiet im Namen der Republik Venedig verwalteten. In diesem Gebiet herrschen eine Vegetation und ein Friede, die den Dichter vielleicht an eine andere, für ihn wichtige Gegend erinnerten: die Toskana. Er beschloss also, sich hier in einem würdigen Haus niederzulassen, das sich mit Sicherheit von den ziemlich ärmlichen Häusern der Bauern und Handwerker unterschied. Diese waren kleine Hütten aus Mauerwerk oder Holz, fast immer mit einem Strohdach bedeckt. Nur wenige Häuser besaßen bereits die typische Steinummauerung, die die Privatsphäre schützte, die Terrassierungen mit dem Gemüsegarten, dem Viridarium und dem Obstgarten umgab und dem Wohnhaus einen angenehmen und nützlichen Rahmen bot. Im 14. Jahrhundert waren die Abhänge rund um das Dorf von Weinbergen bedeckt, auf denen köstliche weiße Trauben, vor allem Garganica- und Schiava-Trauben, aber auch Muskatellertrauben, Palestra- und Marzemina-Trauben angebaut wurden. Der ausgezeichnete Wein, der daraus gewonnen wurde, wurde sogar von den Wirten in Padua ausgeschenkt.

Jedes Jahr findet in Arquà Petrarca das traditionelle Brustbeeren-Fest statt, das dem typischen lokalen Produkt gewidmet ist, der Brustbeere. Der Besucher kann bei dieser Gelegenheit dank der vielen Musikveranstaltungen, Tänze, Fahnenschwinger und historischen Umzüge um das Haus des Petrarca und sein Grab herum, tief in die mittelalterliche Atmosphäre eintauchen und die naturreinen lokalen Produkte, die Gastfreundschaft und die Geradlinigkeit der heutigen Einwohner genießen.

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