Saccisica

Land der Gewässer und der Gaumenfreuden.

Saccisica

Saccisica ist ein ebenes, sehr tief gelegenes Gebiet, fast auf Meereshöhe, das sich zwischen der Stadt Padua und der Lagune von Venedig ausbreitet. Es war einst das Umland Paduas und zugleich das beliebte Hinterland des venezianischen Adels und Sitz ihrer Landhäuser, jedoch war es auch ihre unerschöpfliche Kornkammer. Der Name Saccisica stammt von der Hauptstadt Piove di Sacco, wichtige vorderste Front der Carraresi in den Konflikten mit der Serenissima um die Kontrolle des Gebiets zwischen Padua und Venedig.

Das Fehlen von systematischen archäologischen Ausgrabungen verhinderte bisher die Rekonstruktion eines klaren Bildes der Region Saccisica zur Zeit der Römer. Ungeachtet dessen zeugen die gänzlich zufälligen Entdeckungen zahlreicher Grabsteine, Altäre und Stelen vom hohen Niveau der römischen Siedlungen in der Saccisica. Das entdeckte archäologische Gut geht auf das I. und II. Jahrhundert n. Chr. zurück, als die von der X. Regio Venetia et Istria (Zehnte Region Venetien und Istrien) einverleibte Region um Padua, eine besondere wirtschaftliche und politische Blütezeit erlebte. Mit der römischen Kolonialisierung entwickelte sich ein ausgedehntes Straßennetz als Verbindung zwischen der Region um Padua zu einigen Hauptverbindungsstraßen des römischen Reichs, das sich damals nach Osten ausweitete. Das Straßennetz führte zur Entstehung zahlreicher Siedlungen, die einhergingen mit der Zenturiation und der Trockenlegung dieser tief gelegenen und sumpfigen Gebiete, die wenig Gefälle hatten und somit den Überschwemmungen durch die Flüsse ausgesetzt waren. In diesem Zusammenhang war die Saccisica ein bedeutender Standort der römischen Besiedlung. Die Region um Padua wurde in drei “Agri centuriati” gegliedert, von denen eines Piove di Sacco unterstellt war, dabei entstanden kleinere Dörfer und Ortschaften entlang der Hauptverbindungsstraßen. Wie aus den besonders interessanten archäologischen Entdeckungen von Arzergrande, Sant’Angelo, Vigorovea, Brugine, Campagnola, Vallonga zu erkennen ist, waren die Siedlungen in der Römerzeit in der Saccisica sicherlich von hohem Niveau, dies bezeugen auch Reste von “Villae”, also von luxuriösen Wohnhäusern mit angrenzendem Wirtschaftsgebäude, die in gewissem Sinne Vorgänger der zukünftigen Villen im Veneto sind, und die römischen Grabstätten im Gebiet von Sant’Angelo, Vigorovea und Arzergrande. Ebenfalls in Arzergrande beweisen Reste von Säulen und massiven Blöcken, dass damals imposante Bauten zur Eindämmung des Flusses Brenta angelegt wurden. Einige dieser interessanten römischen Fundstücke können heute im Ausstellungssaal “Portus Aedro” in der Gemeinde von Arzergrande besichtet werden. Im Ort Ardoneghe di Brugine wurde ein römischer Opferaltar aus dem späten ersten Jahrhundert gefunden, der Neptun gewidmet war, in S. Anna di Piove di Sacco hingegen legten Ausgrabungen einen dem Gott Silvano gewidmeten Altar frei, der aus der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts stammt. Auch auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde von Saonara, das zur Römerzeit zur ländlichen Kolonie von Piove di Sacco gehörte und durch das die wichtige Via Annia führt, wurden zahlreiche archäologische Fundstücke entdeckt.

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