Montagnana

Die Stadt der Türme.

Montagnana

Zwei Kilometer lange mittelalterliche Stadtmauern, die von 24 majestätischen, sechseckigen, bis zu 19 m hohen Türmen unterbrochen werden: das ist das Aushängeschild von Montagnana, seit jeher ein wichtiger Verteidigungsvorposten. Heute noch findet hier der antike Palio von Montagnana statt. Am Stadttor Porta Padova befindet sich die sehenswerte St.Zeno-Burg, während sich auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt die Festung Rocca degli Alberi befindet. Die imposanten Stadtmauern behüten Meisterwerke wie den Dom mit einem Gemälde des Paolo Veronese oder die St. Benedikt-Kirche, in der sich ein Gemälde von Palma dem Jüngeren befindet. Die Stadt ist auch aufgrund ihrer Weingastronomie bekannt und beliebt: hier wird der Veneto Berico DOP-Schinken hergestellt und hier findet auch das Schinken-Fest statt.

Mitten im Herzen der fruchtbaren Poebene zwischen Etsch und Euganeischen Hügeln liegt Montagnana. Die Stadt entstand zur Zeit der Römer, um den Fluss zu verteidigen, an dem sie bis zum Jahre 589 n. Chr. lag. In jenem Jahr verschob ein Dammbruch unterhalb von Verona den Flusslauf in Richtung Süden. Bereits unter den Langobarden war Montagnana Hauptstadt. Die Siedlung ging im 11. Jahrhundert an die Esten über, die sie zu einer wichtigen befestigten Stadt machten. Die Stadt fiel in die Hände der Ezzelini, Herren von Padua, und gehörte nun zu dem Gebiet der Familie da Carrara (1260), bevor sie endgültig der Republik Venedig angeschlossen wurde. Ein Blick auf die turmbewehrte Stadtmauer, eine der schönsten und am besten erhaltenen Europas, lässt keine Zweifel daran, dass die Stadt im Mittelalter Bedeutendes erlebt hat. Die Mauer verläuft in Form eines unregelmäßigen Rechtecks mit einem Gesamtlänge von fast zwei Kilometern und öffnet sich an den vier Stadttoren, die den Zugang zur Altstadt frei geben, deren Gebäudesubstanz sich ab dem 13. Jahrhundert in Schichten entwickelt hat. Um den gesamten Mauerring zog sich früher ein Graben, der heute aufgeschüttet und mit Gras bewachsen einen harmonischen grünen Rahmen für die vierundzwanzig polygonalen Türme bildet. Diese Türme sind durch eine Kurtine verbunden, auf der ein fast zwei Meter breiter Wehrgang verläuft. Die Stadtmauer von Montagnana, mehrmals hochgezogen, geschleift und neu angelegt, erhielt ihre endgültige Form im Jahr 1360 nach den Vorstellungen Francescos il Vecchio da Carrara, der die Festung „Rocca degli Alberi“ hinzufügte. Diese mächtige Trutzburg mit drei Gebäudeteilen und einem zirka 35 Meter hohen Bergfried wacht über das Westtor. Für das Osttor übernimmt die Burg San Zeno diese Aufgabe. Sie stellt den ältesten Teil der Wehrmauer dar und wurde bereits 1242 von Ezzelino da Romano mit einem 38 Meter Hohen Bergfried verstärkt. Sobald man das militärische Bollwerk hinter sich gelassen hat, steht man mitten im Herzen der mittelalterlichen Stadt. Folgt man der Via Carrarese, die von beeindruckenden, arkadengeschmückten Häusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert gesäumt ist, erreicht man den Dom, ehemals eine romanische Kirche, die im Stil der Gotik und der Renaissance umgebaut wurde. Begonnen wurden die Arbeiten 1431 und 1502 wurden sie abgeschlossen. Durch das Portal, das Sansovino zugeschrieben wird, tritt man in das von zahlreichen Kunstwerken geschmückte Kirchenschiff mit Altarbildern und Fresken aus dem beginnenden 16. Jahrhundert, die der Maler Giovanni Buonconsiglio aus Vicenza geschaffen hat, und einer „Transfiguration“ des Malers Veronese (1555). Besondere Erwähnung verdient unter den Bauwerken auch die Villa Pisani direkt außerhalb des Mauerrings, die 1553-1555 nach einem Entwurf von Palladio entstand. Aufgelockert wird die kubischer Form des Gebäudes durch eine Loggia mit zwei Halbsäulenordnungen, Tympanon und einem eleganten Fries mit Bossenwerk, das als Gurtgesims dient.

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