Archäologie

Archäologischen Park der Euganeischen Thermen.

Archäologie von Abano und Montegrotto Terme

Archäologie von Abano und Montegrotto Terme: mehrere waren die Etappen, die die Erkennung und die Rekonstruktion der Ansiedlungsdynamik von dem 18. Jh. an in diesem Gebiet gekennzeichnet haben, als eine erneute Aufmerksamkeit auf die ärztlichen Aspekte des Euganeischen Thermalismus, auch die Studien der geschichtliche Entwicklung des Gebietes anregte, mit dem Beginn seitens der Marchesi Dondi dall’Orologio der Ausgrabungen in ihren Besitzen im Areal des heutigen Montegrotto Terme. Von äußerst großem Nutzen ist auch noch heute die Abhandlung „De’ bagni di Abano“ von Salvatore Mandruzzato, der zwischen Ende des 18. Jh. und Anfang des 19. Jh. die archäologischen Kenntnisse des Euganeischen Territoriums versammelte und sie in einer Landkarte und in einigen Abbildungen darstellte. Als infolge der wichtigen Entdeckungen der venetischen Nekropolen im 19. Jh., das Interesse der Forscher mehr Este zugewandt war, waren die Funde in der Euganeischen Zone nur zufällig und mit Bauarbeiten verbunden. Unter ihnen tritt vor allem das Heiligtum hervor, das zufälligerweise im Gebiet zwischen Monte Castello und Colle S. Pietro Montagnon zum Vorschein kam. Im 20. Jh. vermehrten sich die Auffindungen, sie blieben aber immer im Rahmen von Gelegenheitsarbeiten, mit wenig Achtung auf eine historische Rekonstruktion, auch wenn man in den 50iger Jahren mit einigen programmierten Ausgrabungen begann (besonders mit denen der heutigen Archäologischen Zone von Via degli Scavi) und mit einigen Interpretationsarbeiten, wie die von Luciano Lazzaro.

Abano Terme

Aus dem alten Stadtteil von Abano stammt eine bronzene Lanzenspitze, die zwischen dem 10. und 9. Jahrhundert v. Chr. datierbar ist. Die Archive des Stadtmuseums von Padua geben als Fundort „Abano, neben der Kirche“ an: Wahrscheinlich bezieht sich diese Beschreibung auf die Hauptkirche, den Dom von San Lorenzo. Das Datum des Fundes ist unbekannt, aber es ist bestimmt vor dem Jahr 1911 festzulegen.

Sehr wenig kennt man von der Vor- und Frühgeschichte im Gebiet von Abano. Nur über die späte Eisenzeit, die den letzten Jahrhunderten des 1. Jahrtausends v. Chr. entspricht, werden die Informationen weniger spärlich und deuten auf eine Frequentation des Gebietes hin, die hauptsächlich mit dem Heiligen verbunden ist (siehe Dokument Kursaal und Strada Feriole). Von den vorhergehenden Jahrtausenden sind nur einige Gegenstände bekannt, die außer einer Ausnahme keine genaue Angabe ihrer Herkunft haben. Was die Vorgeschichte betrifft, kann man nur eine noch nicht veröffentlichte Pfeilspitze aus Feuerstein nennen, die einer Epoche zwischen dem 4. und 3. Jahrtausend v. Chr. (Spätes Neolithikum und Anfang Bronzezeit) zuzuschreiben und im Museo Preistorico Nazionale von Rom aufbewahrt ist. Eine erste Frequentation von gewisser Bedeutung ist dagegen durch einige Waffen bestätigt, die zwischen dem 10. und 8. Jh. v. Chr. (Eisenzeit) datierbar sind: Öhrbeil („Typ Abano“) und eine bronzene Lanzenspitze (siehe Dokument Abano).

Montegrotto Terme

Es gibt Berichte von vielen Auffindungen von Gegenständen aus dem Gebiet von Montegrotto Terme. Sie bezeugen Intensität und Beständigkeit der antiken Ansiedlung in diesem Gebiet. Es handelt sich um „viele Funde“, wie man im Archivmaterial lesen kann: Unter ihnen viele Steingegenstände, die zu dem Altpaläolithikum (vor ca. 36.000 – 10.000 Jahren), dem Neolithikum (6. – 4. Jahrtausend v. Chr.) und der Bronzezeit (2. Jahrtausend v. Chr.) zurückzuführen sind.
In einer Anmerkung, die sich im Archivmaterial befindet, spricht man von „frühgeschichtlichen Vasen“ – d.h. vom 2. – 1. Jahrtausend v. Chr., was der Eisen- und Bronzezeit entspricht – die in den Musei Civici agli Eremitani von Padua aufbewahrt sind. Wie nach H.-W. Dämmer, könnten von diesem Gebiet auch einige Votivbronzestatuetten und weitere Gegenstände aus der Eisenzeit herkommen, die in verschiedenen Museensammlungen mit den Votivgaben des Heiligtums zwischen dem Monte Castello und dem Colle di San Pietro Montagnon in Zusammenhang gebracht werden.
Unter den Gegenständen, die in Montegrotto aufgefunden wurden, die aber nicht dem Heiligtum gehören, soll eine kleine Bronzeschaufel erwähnt werden.

Galzignano Terme

Aus einem nicht bekannten Ort von Galzignano stammen eine Axt und eine Meißelaxt aus grünem Stein, die auf das Mittlere Neolithikum (5. Jahrtausend v. Chr.) datierbar sind. Diese zwei Gegenstände, die auch mit einem Holzstiel versehen waren, werden oft in Gräbern von jener Zeit zusammen aufgefunden: Ein Zeichen, dass sie für zwei verschiedene Zwecke benutzt wurden. Für die Herstellung der neolithischen Äxte wurden große harte Steine benutzt, die zugehauen und geschliffen wurden. In diesem Fall handelt es sich um Jadeit, das in Italien nur im Alpengebiet und in den westlichen Apenninen zu finden ist.

Battaglia Terme

Aus dem Gebiet von Battaglia Terme stammt ein bis jetzt einziger Fund aus der vorgeschichtlichen Zeit: Ein Kessel aus Bronzefolie, der der Eisenzeit und mit größter Wahrscheinlichkeit dem 5. Jahrhundert v. Chr. zuzuschreiben ist. Dieser Kessel gehört einer Typologie von sehr seltenen Gegenständen an, die nur in der südlichen Paduaner und Venezianischen Ebene aufgefunden wurden. Nach einer der glaubenswürdigsten Vermutungen wurden diese Kessel als Spendenbehälter während bestimmter religiöser Feiern benutzt.

Torreglia

Im Jahr 1882 wurde an den Abhängen des Monte Rua eine kleine 6,4 cm hohe, unversehrte Bronzestatuette gefunden. Sie stellt eine nackte, weibliche Figur in starrer Position dar. Gesichtszüge und sexuelle Attribute sind kaum angezeigt. Die Arme, wie für ein Gebet oder eine Anrufung geöffnet, bestehen aus nur zwei kurzen Anhängen. Die weibliche Nacktheit, die sehr selten in den kleinen frühgeschichtlichen venetischen Bronzefiguren zu finden sind, könnte die Vermutung zulassen, dass auf dem Hügel Übergangsriten zum Erwachsensein oder im allgemeinen Fruchtbarkeitsriten stattfanden. Fundkontext und mögliche Gegenwart weiterer mit dieser Statuette verbundener Funde bleiben aber unbekannt. Die Statuette könnte aber auch Folge einer isolierten Verehrung sein.

Arquà Petrarca

Von der Ortschaft Mondonego stammen die bis heute ältesten bekannten Gegenstände der Ostseite der Euganeischen Hügel. Besonderen Wert hat ein Gegenstand aus Feuerstein Ende des Altpaläolithikums, das vor 20.000 – 10.000 Jahren zeitgleich mit dem Ende der Eiszeit war. Die Wichtigkeit dieses an der Oberfläche aufgefundenen Gegenstandes liegt auch in seinem Zusammenhang mit der Naturgeschichte. Die Tatsache, dass so ein alter Gegenstand nicht von hohen Sedimentierungsschichten verschüttet war, lässt denken, dass die euganeische Ebene schon Ende des Paläolithikums der jetzigen Beschaffenheit ähnlich war. Die Ebene wurde weniger von den Flüssen historischer Zeit geformt, als von den mächtigen Überschwemmungen und Erosionen, die mit Warm- und Kaltzeitenzyklen verbunden waren. Zahlreich sind auch die Werkzeuge aus Feuerstein aus dem 6. Jahrtausend (Altneolithikum): Zusammen mit den zeitgleichen Gegenständen des 5. – 4. Jahrtausend v. Chr. (Mittel- und Jungneolithikum) von dem nahen Galzignano, bezeigen sie die verbreitete Gegenwart des Menschen in diesen Ebenen schon während der ersten zwei Jahrtausende der Ackerbaugeschichte.

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