Abano Terme

Der Hauptort der Euganeischen Thermen.

Abano Terme (der Name stammt aus dem Griechischen “à ponos” und bedeutet „der vom Schmerz befreit“) ist heute einer der bekanntesten Thermalkurorte Europas. Die Stadt hat zirka 19.000 Einwohner und erstreckt sich auf einer Oberfläche von 21,57 km2. Dank ihres enormen Beherbergungspotentials, das auf einer beträchtlichen Anzahl von Hotels gründet, die alle mit einer Thermalkurabteilung ausgestattet sind, ist Abano die größte Thermalstadt der Welt geworden.

Im Stadtzentrum befindet sich eine große Fußgängerzone an der alte und moderne Gebäude, große Hotels mit ihren gepflegten Gärten, Geschäfte und Lokale liegen. Hier befindet sich auch, neben einer Reihe von historischen Zeugnissen und Denkmälern, eines der wichtigsten Zeugnisse der Thermen des Aponus, der Hügel des Montirone. Dieser kleine Hügel, der einst reich an natürlich entspringenden Thermalwasserquellen war, war den alten Patavinern besonders lieb: so wurden in der römischen Antike rings um ihn herum zahlreiche Villen und Thermalbäder errichtet. Der Zugang zur antiken Quelle, aus der noch bis zur Hälfte des 20. Jahrhunderts das Thermalwasser mit einer Temperatur von 80°C natürlich entsprang, wird durch eine Reihe korinthischer Säulen aus dem beginnenden 20. Jahrhundert und eine, von Giuseppe Jappelli 1825 anlässlich der Durchreise Kaiser Franz I. von Österreich entworfene, mächtige dorische Säule, auf der sich ein schlangenumwundener Kelch befindet, angekündigt. In den beiden neben dem Monumentaleingang liegenden Gebäuden befinde sich die Maav – Abano Terme Kunst Glas Museum. Gegenüber dem Hügel des Montirone erhebt sich kleines Oratorium, das 1780 von Domenico Cerato entworfen wurde und heute Sitz zahlreicher Ausstellungen ist. Dies sind nur einige der Museen, die Sie in Abano besichtigen können.

Unter den Gotteshäusern von Abano ist die Herz-Jesu-Kirche als modernes Kirchengebäude zu nennen: sie wurde in der zweiten Hälfte der 50er Jahre nach einem Projekt des Architekten Giulio Brunetta errichtet und enthält ein schönes Kreuz des Künstlers Mario Pinton, eine Altarverkleidung von Carlo Mandelli, zwei Tafelbilder mit mehrfarbiger Emailverzierung von Paolo De Poli und ein Mosaik in der Form eines griechischen Kreuzes von Bruno Saetti. Der Altar und die Glasfenster der Kirche und der Taufkapelle sind ein Werk von Pater Costantino Ruggeri. Der St. Lorenz-Dom ist hingegen das wichtigste Kirchengebäude des Stadtzentrums: sein Grundstein wurde in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts gelegt, das derzeitige Gebäude stammt jedoch aus dem 18. Jahrhundert und wurde nach einem Entwurf des Architekten Domenico Cerato errichtet. Im Dom befinden sich verschiedene Skulpturen aus dem 17. Jahrhundert von Tommaso Allio, auf dem Hauptaltar eine Geißelung von Bartolomeo Litterini (1712) und ein Carlo Henrici zugeschriebener Kreuzweg. Die herrliche Orgel ist eine vor kurzem restaurierte Tamburini aus dem Jahr 1967. Der schöne Kirchturm geht auf das Jahr 1314 zurück, während sein Sockel noch aus dem 10. Jahrhundert stammt. Einen Besuch wert sind auch die Wallfahrtskirche der „Madonna der Gesundheit“ und das Benediktinerkloster St. Daniel, die jedes Jahr zahlreiche Pilger anziehen.

Mitten im Grünen des Kursaal-Stadtparks in der  Fußgängerzone befindet sich eine Statue des Pietro d’Abano, eines der berühmtesten Einwohner Abanos. Pietro, ein Sohn des Notars Costanzo, wurde 1257 geboren und lebte lange Zeit in Konstantinopel. Er studierte an der Universität Padua und wurde zum bedeutendsten Wissenschaftler des 14. Jahrhunderts. Zudem war er auch Alchemist: seine Theorien inspirierten den herrlichen astrologischen Freskenzyklus im Rechtspalast von Padua. Eine weitere Zierde des Kursaal-Stadtparks ist der Harlekinbrunnen, ein Werk des Amleto Sartori, eines international bekannten Künstlers, dem auch das Maskenmuseum gewidmet ist, das sich in der Villa Savioli, einer der zahlreichen herrlichen venetischen Villen der Gegend, befindet.

Eines der Wahrzeichen der Geschichte Abanos ist das Grand Hotel Orologio. Dieses wunderschöne Gebäude wurde im 18. Jh. von der Adelsfamilie Dondi dall’Orologio errichtet und im 19. Jahrhundert um die neoklassizistische Fassade des Architekten Giuseppe Jappelli erweitert. Dieser entwarf auch den großen Park, der das Hotel umgibt. Gegenüber des Grand Hotel Orologio befindet sich das Hotel Trieste & Victoria, ein weiteres geschichtsträchtiges Gebäude. Hier hatte nämlich während des Ersten Weltkriegs das italienische Oberkommando seinen Sitz (1918) und General Armando Diaz pflegte in einem Apartment im ersten Stock zu wohnen.

Die eigentliche Lebensader der Stadt ist die Thermenallee, eine  große Allee mit vielen Geschäften, Hotels und Lokalen. Hier befinden sich zwei besonders interessante Sehenswürdigkeiten: der vor Kurzem erbaute Platz der Sonne und des Friedens, der aufgrund der herrlichen, vom aponensischen Astronomen Salvador Condè entworfenen Sonnenuhr auch Sonnenuhr-Platz genannt wird und der St. Lorenz-Dom. Diese einzigartige Sonnenuhr wurde aus mehrfarbigem Marmor gefertigt und gehört zu den größten Sonnenuhren Europas (3000 m2). Der Marktplatz ist nur wenige Schritte entfernt. Hier findet mittwochs der Wochenmarkt statt, ein beliebter Treffpunkt der Einheimischen, der auch von unseren Gästen gerne besucht wird, um an den Verkaufsständen zu stöbern.
Der Thermen-Stadtpark ist ein Schmuckstück der zeitgenössischen Architektur. Er wurde von einem der bedeutendsten Architekten und Architekturhistorikern unserer Zeit, Paolo Portoghesi, entworfen. Die große Parkanlage gliedert sich harmonisch in das architektonische Stadtgefüge des Thermalorts ein. Sie wurde als einheitliche, durchgehende Wiese konzipiert, auf der gepflasterte Fußwege und Radwege verlaufen. Zahlreiche Pflanzen und hochstämmige Bäume säumen die Hauptallee. Zu beiden Seiten des Parks erheben sich renommierte Wohn- und Geschäftsgebäude.

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